Deutschland ist ein Land außergewöhnlicher Gegensätze: mittelalterliche Burgen hoch über nebelverhangenen Tälern, futuristische Skylines, dichte Märchenwälder und Dörfer, die von der Zeit vergessen scheinen. Ob man die klassischen Postkartenmotive sucht oder abseits der ausgetretenen Pfade wandert, Deutschland belohnt jeden Reisenden auf seine eigene Art.
Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss:
Schloss Neuschwanstein, Bayern
Neuschwanstein gilt als das wohl bekannteste Schloss der Welt und erhebt sich dramatisch aus den Bayerischen Alpen bei Füssen. Im 19. Jahrhundert für den exzentrischen König Ludwig II. erbaut, diente es als Vorlage für Disneys Dornröschenschloss. Am besten besucht man es früh morgens, wenn es noch im Morgennebel liegt; die Menschenmassen sind dann geringer und die Atmosphäre geradezu magisch.
Brandenburger Tor, Berlin
Das Brandenburger Tor steht im Herzen der wiedervereinigten Hauptstadt und ist Deutschlands kraftvollstes Symbol. Einst trennte es Ost und West, heute prägt es den lebhaften Pariser Platz. Spazieren Sie westlich in den Tiergarten oder östlich entlang der Unter den Linden, wo Geschichte in alle Richtungen lebendig wird.
Kölner Dom
Dieses gotische Meisterwerk brauchte über 600 Jahre bis zu seiner Vollendung und war 1880 für kurze Zeit das höchste Bauwerk der Welt. Erklimmen Sie die 533 Stufen des Südturms für ein atemberaubendes Panorama über Köln und den Rhein. Im Inneren gilt der mittelalterliche Dreikönigenschrein als eines der bedeutendsten Goldschmiedewerke der westlichen Welt.
Marienplatz, München
Das pulsierende Herz Münchens, der Marienplatz, wird vom neugotischen Neuen Rathaus eingerahmt, dessen berühmtes Glockenspiel täglich um 11 und 12 Uhr erklingt. Der Platz ist das ganze Jahr über belebt, erreicht jedoch seinen Höhepunkt in der Weihnachtsmarktzeit, wenn Glühweinbuden die Luft mit dem Duft von Zimt und Gewürznelken erfüllen.
Rheintal
Das Mittelrheintal erstreckt sich von Bingen bis Koblenz und ist UNESCO-Weltkulturerbe. Weinberghänge fließen hinunter zum Fluss, gesäumt von Burgen und charmanten Weinorten wie Bacharach und Rüdesheim. Eine Flusskreuzfahrt hier gehört zu den großen Entschleunigungsvergnügen Deutschlands.
Das Verborgene: Weniger bekannte Schätze
Quedlinburg, Sachsen-Anhalt
Am Fuß des Harzes liegt Quedlinburg, eine nahezu perfekt erhaltene mittelalterliche Stadt, an der viele Touristen einfach vorbeireisen. Mehr als 1.300 Fachwerkhäuser säumen die Kopfsteinpflasterstraßen, und die auf dem Hügel thronende Stiftskirche St. Servatius (UNESCO-Welterbe) birgt das Grab König Heinrichs I. An einem ruhigen Werktag hat man die stimmungsvollen Gassen fast für sich allein.
Rügen, Mecklenburg-Vorpommern
Deutschlands größte Insel liegt weit entfernt vom belebten Südtourismus. Rügens Kreidefelsen, verewigt in Caspar David Friedrichs berühmten Gemälden, leuchten weiß gegen die Ostsee. Die Insel birgt auch Prora, ein gespenstisch riesiges NS-Erholungsgebäude, das sich 4,5 Kilometer an der Küste entlangzieht und nun schrittweise in Wohnungen und Museen umgewandelt wird.
Kloster Maulbronn, Baden-Württemberg
Als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Klosterkomplexe nördlich der Alpen liegt Maulbronn still in einem bewaldeten Tal zwischen Stuttgart und Karlsruhe. Das Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert stand auf der UNESCO-Liste, lange bevor die meisten Menschen von ihm gehört hatten. Johannes Kepler lernte hier; Hermann Hesse besuchte hier die Schule. Es hat die unaufgeregte Ausstrahlung eines Ortes, der weiß, dass er keine Werbung braucht.
Monschau, Nordrhein-Westfalen
Tief in einem engen Tal der Eifel nahe der belgischen Grenze liegt Monschau, eines der malerischsten Städtchen Deutschlands. Seine eng aneinandergereihten Fachwerkhäuser klammern sich an steile Hänge über der Rur. Die alte Senfmühle rattert noch immer, und der Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz gehört zu den intimsten und charmantesten des Landes.
Bamberg, Bayern
Bamberg wird oft als "Kleines Venedig" bezeichnet, weil sein Fischerviertel auf Inseln in der Regnitz gebaut ist. Die UNESCO-geschützte Stadt beeindruckt durch ein nahezu unberührtes mittelalterliches Stadtbild. Bekannt ist die Stadt auch für ihr einzigartiges Rauchbier, das seit Jahrhunderten hier gebraut wird. Besuchen Sie den beeindruckenden romanisch-gotischen Dom, schlendern Sie durch die barocken Gärten der Neuen Residenz und beenden Sie den Abend in einer der historischen Brauereikneipen.
Tipps für die Erkundung Deutschlands:
Beste Reisezeit: Mai bis Juni und September bis Oktober bieten angenehmes Wetter und weniger Besuchermassen. Juli und August sind Hochsaison; Dezember ist magisch dank der Weihnachtsmärkte.
Fortbewegung: Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist umfangreich und zuverlässig. Das Deutschland-Ticket (eine monatliche Flatrate für Regionalzüge) bietet hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für entspannte Reisen.
Sprache: In Städten und Touristengebieten wird Englisch weitgehend gesprochen, doch ein paar Worte Deutsch (Danke, Bitte, Entschuldigung) kommen in kleineren Orten sehr gut an.
Bargeld: Deutschland ist im europäischen Vergleich nach wie vor sehr bargeldorientiert. Halten Sie immer Euro bereit, besonders in Dörfern und kleineren Restaurants.
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Magelline Perspective
Von der dramatischen Wucht seiner Alpenburgen bis zu den stillen, kopfsteingepflasterten Winkeln seiner vergessenen mittelalterlichen Städtchen bietet Deutschland eine Erfahrungstiefe, die sich langsam entfaltet und alle belohnt, die bereit sind, ein kleines Stück abseits des ausgetretenen Pfades zu wandern.

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