Die Niederlande sind ein Land, das seine Bewohner dem Wasser abgerungen haben, eine niedrige Weite aus Poldern und Kanälen, in der fast jeder Horizont von Menschenhand gezogen wurde. Wenig davon war einfach gegeben. Felder wurden trockengelegt, Küsten an ihren Platz bewegt, und ein ganzes Volk lernte, unter dem Meeresspiegel zu leben. Derselbe Antrieb, zu verbinden, zu ordnen, Entfernung in Gelegenheit zu verwandeln, zieht sich mitten durch die Art, wie die Niederländer in die Luft gehen.
Ein so kleines Land hat nie klein gedacht. Jahrhundertelang trugen seine Schiffe niederländische Neugier bis in die fernsten Winkel der Erde, und seine Flughäfen tragen heute denselben Blick nach außen. Manche erheben sich auf Land, das einem verschwundenen See abgewonnen wurde. Andere dienen Städten kühner Türme und stiller Gerichtssäle, der Erfindung und alter Grenzhügel. Jeder spricht für einen anderen Teil eines Landes, das stets die Brücke der Mauer vorgezogen hat.
Flughafen Amsterdam Schiphol (AMS)
Schiphol liegt im Bett eines Sees, den es nicht mehr gibt. Wo einst Fischerboote in Stürmen sanken, wechseln Reisende heute unter einem einzigen weiten Dach das Flugzeug, denn die Niederländer bauten ihren großen Flughafen als eine durchgehende Halle statt als Ansammlung von Terminals. Er zählt zu den ruhelosesten Kreuzungen Europas, ein Ort, dessen ganzer Sinn im Weiterflug liegt, und dennoch findet sich Platz für einen Ableger einer nationalen Kunstsammlung und die Stille einer kleinen Bibliothek. Gleich hinter seinen Bahnen liegen die Blumenfelder und Versteigerungshallen, die niederländische Farbe bis zum Morgen auf Frühstückstische in aller Welt schicken.
Flughafen Rotterdam Den Haag (RTM)
Nur einen kurzen Sprung von zwei Städten entfernt, die kaum unterschiedlicher sein könnten, gehört dieser Flughafen beiden. Rotterdam ist ganz Nerv und Einfallsreichtum, eine Hafenstadt, im Krieg dem Boden gleichgemacht und neu erstanden als Galerie furchtloser moderner Architektur, immerzu nach oben und zum Wasser hin strebend. Den Haag daneben hält eine ruhigere Tonlage: Sitz der niederländischen Regierung, Heimat königlicher Residenzen und der großen Gerichtshöfe der Welt. Hier zu landen heißt, sein Niederland zu wählen, das Kühne oder das Würdevolle, und beide in bequemer Nähe zu finden.
Flughafen Eindhoven (EIN)
In der warmen südlichen Provinz Brabant liegt Eindhoven, eine Stadt, die einst die Glühbirnen der Welt fertigte und heute stattdessen mit Ideen handelt. Ihr Name trägt die Erinnerung an einen großen Pionier der Elektronik, doch der Ort hat sich neu erfunden als Werkstatt für Design und Technik, voller junger Erfinder. Der Flughafen ist der leichte, schnörkellose Weg nach Süden, beliebt bei Reisenden auf der Suche nach einem günstigen Flug, und er öffnet sich auf eine Gegend, die hart arbeitet, ihren Karneval hingebungsvoll feiert und ihre Klugheit leicht trägt.
Flughafen Groningen Eelde (GRQ)
Der hohe Norden folgt einem anderen Rhythmus, und Groningen ist seine Hauptstadt, eine temperamentvolle Universitätsstadt, in der es mehr Studenten als Sorgen gibt und der Horizont endlos weiterläuft. Ihr Flughafen ist der Zugang zum Kopf des Landes, zu Provinzen aus schwarzer Erde und offenem Wasser und zum Wattenmeer, jener wandernden Weite aus Gezeitenschlick, wo Menschen bei Ebbe zu Fuß hinaus zu Inseln ziehen, die sich vom Ufer gelöst zu haben scheinen. Dies sind die Niederlande in ihrer ursprünglichsten Gestalt, wo Land und Meer zweimal am Tag die Plätze tauschen.
Flughafen Maastricht Aachen (MST)
Ganz an der Südspitze des Landes, wo sich die Niederlande zu einem schmalen Streifen zwischen Belgien und Deutschland verengen, tut das Land etwas, das es hier fast nirgends tut: Es hebt sich zu Hügeln. Maastricht ist der Lohn, eine alte Steinstadt römischer Wurzeln und burgundischer Genüsse, in der drei Nationen ihre Plätze, ihre Märkte und ihre langen Mittagessen teilen. Sein Flughafen steht mit einem Fuß im Handel und befördert Fracht über den Kontinent, mit dem anderen im Willkommen und empfängt jene, die für das gute Leben des tiefen Südens kommen.
Magelline-Perspektive
Zusammengenommen bilden diese Flughäfen den Ausgangspunkt einer Reise durch die Niederlande: verschiedene Wege, in ein Land einzureisen, das von Wasser, Erfindergeist, Handel und einem instinktiven Talent, Menschen und Orte zu verbinden, geprägt ist. Vom internationalen Verkehrsknotenpunkt Schiphol über die moderne Energie von Rotterdam und Eindhoven, die Weite des Nordens in Groningen bis hin zum altweltlichen Charme von Maastricht: jedes Tor offenbart eine andere Seite der Niederlande. Jenseits der Terminals erstrecken sich Kanäle und Kopfsteinpflasterstraßen, große Häfen und beschauliche Dörfer, Universitätsstädte und uralte Grenzen – Landschaften, in denen Land und Wasser seit Jahrhunderten im Dialog stehen.
Die niederländischen Flughäfen heißen Reisende aus aller Welt willkommen und schicken sie weiter in eine Landschaft, in der fast jede Straße, jeder Fluss, jede Eisenbahnlinie und jede Start- und Landebahn eine Geschichte der Verbundenheit erzählt.
Die Reise beginnt an der Start- und Landebahn, doch die Niederlande warten dahinter.

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