Kommt dorthin, wo die Berge ihr eigenes Wetter behalten und die Seen den Himmel halten, wie eine stille Schale Wasser hält. Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch ziehen durch dieselben Täler und übertönen einander nicht. Man hört sie auf Märkten, in Zugabteilen und in leisen Grüßen, und in dieser Mischung findet man Stille und Willkommen.
Berühmte Städte
Zürich neigte sich über seinen See, als er zuhörte. Lichter zittern auf dem Wasser. Bern, die Hauptstadt, trägt die Altstadt wie eine Krone aus Sandstein, und der Zytglogge-Turm zählt die Stunden, als wären sie Geschenke. Genf öffnet sich an einem weiten silbernen Ufer, wo Nationen zusammenkommen. Luzern bewahrt eine hölzerne Kapellbrücke, die zwischen Berg und Wasser zu schweben scheint. Basel folgt dem Rhein mit Galerien und winterlichen Trommeln. Weit im Süden träumt Lugano im Palmenschatten und im Licht der Cafés.
Bräuche
Die Zeit wird hier wie ein Gast behandelt. Die Natur ist verwandt. Im Sommer steigen die Herden auf die hohen Weiden. Im Herbst kommen sie mit Blumen herab, und die Glocken sprechen, bevor die Kühe erscheinen. Das Jodeln steigt wie ein heller Faden. Das Alphorn legt seine lange Stimme über ein Tal. Der Volkstanz macht aus einem Platz einen Herzschlag. Die Fasnacht in Basel füllt die Dunkelheit mit Masken und Trommeln. Städte bewahren noch Schützenfeste und den alten Wettkampf namens Schwingen. Sonntagsspaziergänge und Marktmorgen bleiben die stille Musik der Woche.
Küche
Schweizer Tische sprechen in Wärme. Fondue und Raclette sammeln Freunde um einen langsamen Fluss aus Käse. Rösti kommt golden, knusprig wie Morgenfrost, oft neben Wurst oder Eiern. Im italienisch sprechenden Süden tragen Risotto und Polenta die Sonne im Löffel. Schokolade ist beinahe eine eigene Sprache. Wein aus dem Wallis und der Waadt bewahrt den Geschmack von Hang und spätem Licht. Seefische erinnern sich an das Wasser. Am Nachmittag werden Kaffee und Kuchen zu einer kleinen Feier.
Feiertage
Am ersten August erinnert sich das Land an sich selbst. Feuer steigen die Hügel hinauf. Feuerwerk blüht wie kurze Sternbilder. Der Dezember macht Städte zu Laternen. Weihnachtsmärkte atmen Gewürz und Lied in die Kälte. Ostern versammelt Familien am Tisch. Vor der Fastenzeit lockert die Basler Fasnacht den Winter mit Masken. Der Herbst antwortet zwischen den Reben. Der Winter führt Skifahrer in weißes Schweigen. Der Sommer schickt Wanderer in Blüte und Stein.
Ein Blick auf die Orte
Das Matterhorn steht wie ein Gedanke, den die Erde noch nicht zu Ende gedacht hat. Der Genfersee hält eine lange Stille. Der Rheinfall donnert ohne Eile. Gletschertäler bewahren eine ältere Kälte. Schlösser, Bergbahnen und gepflegte Dörfer vollenden den Hymnus. Ein späterer Text wird bei diesen Orten bleiben und sie ganz nennen.
Geht langsam. Lasst einen Zug die Täler für euch schreiben. Kostet Käse in einer Holzhütte, während eine Wolke über einen Grat zieht. Hört vier Sprachen an einem Nachmittag, und keine wirkt lange fremd.
Aus Magellines Sicht
Manche Orte eilen, um Eindruck zu machen. Die Schweiz wartet. Sie kehrt später wieder, in der Stille eines Sees, wenn das letzte Boot fort ist, in Kuhglocken, die einen Hang hinabwandern, während das Licht dünner wird, in einem Gruß in einer Sprache, die ihr nicht sprecht und dennoch versteht. Selbst die Züge wirken ohne Hast, als komponierten sie die Berge, statt sie nur zu durchqueren.
Ihr geht mit mehr als Bildern. Ihr geht mit einem ruhigeren Puls, mit der Erinnerung, als Gast behandelt worden zu sein, und mit dem Gefühl, dass das Land noch spricht, nachdem ihr fort seid. Aus diesen Tälern öffnen sich andere Reisen, Reisen, die ihr mit Magelline zeichnen könnt.

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