Flughafen Genf
Du landest auf einem Flughafen auf Schweizer Boden, an dessen Nordrand Frankreich grenzt. Einige Anflüge führen über den See. Einige nicht. Wenn die Landebahn 22 in Betrieb ist, füllt das Wasser lange Zeit das Fenster. Die Alpen liegen dahinter, obwohl sie nicht das Erste sind, was man sieht.
easyJet hat hier Flugzeuge stationiert, was erklärt, warum so viele kurze europäische Flüge am Flughafen Genf (GVA) starten und enden. SWISS behandelt Genf nach Zürich als zweitwichtigste Stadt und bietet europäische Verbindungen sowie einige Langstreckenflüge wie nach New York an. Andere Fluggesellschaften fliegen den Flughafen an, ohne eine eigene Flotte vor Ort zu halten.
Genf wirkt diplomatisch. Die Menschen bewegen sich zielgerichtet und ohne Eile. Das Gebäude bleibt funktional. Geschäfte und Cafés sind vorhanden, bestimmen aber nicht das Geschehen.
Abläufe
Von der Landebahn bis zum Gepäck dauert es bei leichtem Verkehr etwa dreißig Minuten. Nach einem Langstreckenflug oder an einem geschäftigen Morgen dauert es länger. Die Grenzkontrolle bleibt ruhig und der Zoll ist unkompliziert.
Der Bahnhof befindet sich direkt unter dem Terminal. Du musst nicht zuerst in die Stadt fahren. Viele InterCity- und InterRegio-Züge starten am Bahnhof Genève Aéroport und erreichen Cornavin sieben Minuten später. Züge fahren mehrmals pro Stunde in die Stadt bis etwa Mitternacht. Ein Unireso-Zone-10-Ticket deckt diese Fahrt ab. Wenn du in einem Hotel, einem Hostal oder auf einem Campingplatz in Genf übernachtest, stellt dir deine Unterkunft eine kostenlose digitale Geneva Transport Card zur Verfügung, die deine Fahrt vom Flughafen und alle öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt während deines Aufenthalts abdeckt.
Aussicht
Bei einigen Anflügen sieht man das Wasser auf dem gesamten Weg, insbesondere beim Anflug auf die Landebahn 22. Bei der Abreise siehst du es vielleicht wieder. Diese Aussicht ist real, wenn auch nicht garantiert. Setze dich auf die richtige Seite ans Fenster und prüfe, welche Landebahn aktiv ist.
Cornavin öffnet sich nicht direkt zum Ufer. Vom Bahnhof läufst du den Hügel hinunter oder nimmst eine kurze Tramfahrt. Der See ist etwa zehn bis zwölf Minuten entfernt. Die lokale Geografie trägt mehr zu deiner Ankunft bei als das Terminaldesign.
Passagierfluss
Genf bewältigt etwa die Hälfte des Passagieraufkommens von Zürich. Es gehen weit weniger Transitverbindungen hindurch, was man in den Hallen sofort merkt. Die Abflughallen bieten viele Sitzplätze und das Boarding verläuft ruhiger als an einem riesigen internationalen Drehkreuz.
Dieses Konzept funktioniert, wenn Genf dein Ziel ist. Es hilft weniger, wenn du eine knappe Langstreckenverbindung benötigst. Zürich bietet mehr Flugverbindungen und mehr Möglichkeiten, Verzögerungen auszugleichen.
Netzwerk
Der Flughafen versucht nicht, ein grosses Drehkreuz zu sein. Er dient der Stadt und der westlichen Region. Der französische Sektor existiert, damit der Verkehr von und nach Frankreich ohne vollständige Schweizer Zollabfertigung ablaufen kann. Die meisten Reisenden nutzen die Schweizer Seite, die sich direkt zu Zügen, Trams, Bussen und der Autobahn öffnet.
Von diesen Bahnsteigen aus öffnet sich das Land in natürliche Reisekorridore:
Genfersee und Simplon: Flughafen, Genf, Lausanne (45 bis 50 Min.), Montreux (1 Std. 15 Min.), Sitten (2 Std.), Visp (2 Std. 30 Min.) und Brig. Zermatt erfordert ein Umsteigen in Visp auf die Matterhorn Gotthard Bahn (insgesamt 3 Std. 15 Min. bis 3 Std. 45 Min.). Zermatt bleibt autofrei.
Mittelland: Lausanne, Freiburg, Bern (2 Std.), Zürich (2 Std. 45 Min. bis 3 Std.) und St. Gallen. Bern dient als Drehscheibe für Interlaken.
Berner Oberland: Bern, Thun, Spiez und Interlaken West oder Ost. Von Interlaken Ost zweigst du mit privaten Bergbahnen nach Grindelwald, Lauterbrunnen, Wengen und zum Jungfraujoch ab.
Zentrum und Süden: Zürich oder Luzern Richtung Gotthard, Lugano und Italien. Von Luzern nach Interlaken bietet sich die langsame Panoramastrecke an.
Frankreich: Die Züge des Léman Express und TGV Lyria fahren ab Cornavin und nicht von den Flughafenbahnsteigen ab.
Wintersport-Verbindungen: Im Winter fährt am Wochenende ein Verbier Express direkt vom Flughafen nach Le Châble für den Umstieg in die Seilbahn nach Verbier.
Tickets gibt es in der SBB-App. Streckenbillette bleiben am gewählten Tag für jeden Zug auf dieser Strecke gültig, außer sie sind an ein Sparbillett gebunden. Für einfache Fahrten kaufst du Einzelbillette. Wenn du mehrere Städte, Schiffe und ÖV-Linien kombinierst, fährst du mit dem Swiss Travel Pass am besten. Für längere Aufenthalte mit Bergbahnen ist eine Halbtax-Karte meist günstiger. Der Swiss Travel Pass deckt die SBB- und die MGB-Strecke von Visp nach Zermatt ab. Bei normalen IC- und IR-Zügen ist keine Sitzplatzreservierung erforderlich, auf den Panoramasitzen des Glacier Express, Bernina Express und GoldenPass Express ist sie jedoch obligatorisch.
Magelline Perspective
Wenn sich die erste Nacht um den See oder das Wallis dreht, lande hier. Wenn dich die erste Nacht nach Luzern, Interlaken oder Zürich führt, bedeutet eine Ankunft in Zürich weniger Zeit im Zug nach einem langen Flug.
Wenn du abreist, tritt der Flughafen in den Hintergrund. Die nützlichen Elemente sind der siebenminütige Zug, der Blick auf den See, wenn die Landebahn es erlaubt, und die Tatsache, dass die Westschweiz direkt unter dem Terminal beginnt. Das ist völlig ausreichend.